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Wirtschaft, Philosophie, Leben

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Eine Betrachtung des derzeitigen Zinses-Zins-Schuldgeldsystems (Teil 1)

In Teil 1 wird eine isolierte Betrachtung des derzeitigen Schuldgeldsystems vorgenommen. Aus Vereinfachungsgründen, werden die nationalen Notenbanken nicht explizit dargestellt. Außerdem wird davon ausgegangen, dass Wirtschaftssubjekte bereits eine gewisse Grundausstattung an (Schuld)geld besitzen.

 

Nun aber ganz von vorne. Wie ist das eigentlich mit unserem Geldsystem? Weiß jeder von uns, welche Prozesse vor sich gehen? Sollten wir doch! Immerhin sind wir einen Großteil unseres Lebens nur damit beschäftigt Geld zu verdienen. Reich zu sein, ist der große Traum von vielen! Da sollten wir doch auch wissen, was Geld ist, wie es entsteht und welchen Wert es hat oder? Im Prinzip ist die Erklärung unseres Geldsystems recht einfach. Es gibt genau eine Institution in Europa, die Geld erschaffen kann. Dabei handelt es sich um die Europäische Zentralbank, die in Frankfurt am Main firmiert. Bei ihr fängt im Grunde genommen alles an, was sich dann in den Untiefen des Finanzsystems irgendwann verselbständigt. Wie die Dinge vereinfacht ablaufen, soll anhand der nachfolgenden Skizze verdeutlich werden.

 

 

Abbildung1-Kopie-1.jpg

 

 

 

Beschreibung: Die Zentralbank leiht einen Geldbetrag X an eine Geschäftsbank und verlangt dafür den Zins Y. Bei Rückzahlung des Zentralbankkredits durch die Geschäftsbank wird der Betrag X + Zins Y fällig. Da dieser zusätzliche Zins nicht unmittelbar vorhanden ist, leiht sich die Geschäftsbank bei Wirtschaftssubjekt 1 (Wisu1) den Betrag. Wisu1 verwendet dafür seine Anfangsausstattung, indem es sein Geld bspw. bei dieser Geschäftsbank anlegt. Für diese Einlage verlangt das Wisu1 jedoch die Rückzahlung plus Zins Z. Da dieser ebenso nicht bei der Geschäftsbank vorhanden ist, wird sich diese jenen ebenfalls leihen müssen oder durch Verwendung von Geldeinlagen anderer Wirtschaftssubjekte (bspw. Wisu2) ausbezahlen. Der fällige Betrag an Wisu2 wird dann auf den Betrag Zins Z + den Zins V,den Wisu2 zusätzlich verlangt, lauten. Dieser Zins V wird dann bei Wisu3 geliehen werden müssen,… Der Gewinn der Zentralbank geht einmal jährlich in den Staatshaushalt ein, der damit Ausgaben tätigt, die wiederrum in den Zinses-Zins-Kreislauf eingehen. Aus dieser Gesamtentwicklung dürfte ein Kreditgeflecht entstehen, welches sich immer weiter ausbreitet (das oft angesprochene exponentielle Kredit-/Guthabenwachstum). Schon allein diese Umstand wird aufgrund der massiven Expansion über kurz oder lang das Gesamtfinanzsystem beherrschen und zu einem Punkt bringen, an dem große Instabilität und die Gefahr einer Implosion herrscht. Zum Einen werden die fälligen Kreditbeträge immer größer und zahlreicher und zum Anderen können auch schon kleine Kreditausfälle riesige Kettenreaktionen in Gang bringen, die die Zahlungsunfähigkeit aller offenlegt. Die Anlage von Geld mit Zinsforderung, lässt die Geldmenge in einem abgeschlossenen Geldmengenraum wachsen, obwohl gar nicht mehr Geld in das System eingespeist wird. Vor diesem Hintergrund ist es einfach zu verstehen, warum die Zentralbanken der Welt zurzeit Billionen von neuem Geld schaffen und dieses in die Märkte „nachschieben“. Auch die Rettungspakete der Staaten, die ebenso immer größere Ausmaße annehmen, sollen dazu beitragen, dass kein Schuldner ausfällt, da sonst unaufhaltbare Kettenreaktionen von Kreditausfällen in Gang kommen können. Die Ideen von Notenbanken und Staaten scheinen auf den ersten Blick gut, sie haben aber einen großen Haken. Die Staaten bezahlen die Rettungsschirme, indem sie im abgeschlossenen Geldmengenraum Kredite aufnehmen – diese Kreditausweitung ist aber gerade die Ursache des Problems und wird dieses über die Zeit hinweg weiter dramatisch verschärfen. Die Notenbanken hingegen schaffen Geld aus dem Nichts, d.h. sie dehnen die Geldmenge unendlich aus. Das bedeutet dann, dass wir uns gefühlt reicher vorkommen und damit auch mehr Geld ausgeben. Bleibt die Gütermenge aber gleich, führt dies lediglich zu Preissteigerungen – auch Inflation genannt. Bei extremen Geldmengenausdehnungen durch Zentralbanken gab es in der Geschichte immer ein Resultat. Über kurz oder lang gab es eine Hyperinflation (=Inflation mit extrem hohen Raten). Wenn wir erkennen, dass diese Probleme existieren, dann ist die Frage, ob wir uns noch ein paar Jahre selbst anlügen und das System um jeden Preis stützen oder ob wir nicht gleich die Arme hochkrempeln, Verbesserungsvorschläge einarbeiten und es dann einfach nochmal versuchen. Geldsysteme scheitern nun einmal hin und wieder. Gegen exponentielles Wachstum ist auch im Finanzbereich kein Kraut gewachsen.

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