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Wirtschaft, Philosophie, Leben

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Demokratie 2.0 - Eine Chance im Leben die verpflichtet!

Man stelle sich ein Deutschland vor, in dem jede fünf Jahre gewählt wird. Das Land ist in 500 Wahlkreise eingeteilt, von denen jeder einen Bundestagsabgeordneten nach Berlin entsendet. Die Wahlen sind alle fünf Jahre etwas neues, denn bereits amtierende Kandidaten aus Berlin gibt es nicht – die Wiederwahl ist abgeschafft – jeder kann Zeit seines Lebens höchstens einmal Dienst tun. In jedem Wahlkreis werden nach bestimmten Kriterien (Alter, Einkommen, Arbeitsverhältnis,…) Kandidaten für die Wahl bestimmt. Wer ausgewählt wird, kann nur bei absolut schwerwiegenden Gründen (bspw. Krankheit) die Kandidatur verweigern. Jeder Bürger hat nun mal laut Grundgesetz die Pflicht, dem Land für fünf Jahre zu dienen, falls er erstens als Kandidat identifiziert wurde und zweitens sich dann in der Wahl auch als Entsandter des Wahlkreises herausstellt. Natürlich wird er in diesem Fall auch dafür entlohnt. Er bekommt für sich und seine direkten Familienangehörigen Haus und großzügige Diät solange er in Berlin verweilt. Parteien sind nicht mehr notwendig. Alle Gewählten aus den einzelnen Wahlkreisen sind aus verschiedenen Bevölkerungsschichten, haben einen unterschiedlichen Hintergrund, kennen sich gegenseitig nicht. Die ersten vier Wochen in Berlin dienen dem gegenseitigen Kennenlernen und werden von den alten Amtsinhabern mit begleitet. Insgesamt zwei Monate stehen den Neugewählten zur Verfügung sich an den neuen politischen Alltag zu gewöhnen und sich einzuarbeiten. Danach räumen die bisherigen Amtsinhaber oder Vorgänger das Feld und gehen wieder zurück in ihre Regionen, um an ihr vorheriges Leben anzuknüpfen. Da die Gewählten keiner Partei angehören und zum Teil auch selbst von ihrer Ernennung überrascht waren, hatten sie keine Zeit Wahlversprechungen abzugeben. Wert wären diese Versprechen sowieso nichts, da sie nur vor dem eigenen Wahlkreis ausgesprochen werden können, in Berlin sich aber viele Gewählte treffen, die sich nicht kennen und die jeden Vorschlag mit ihrem eigenen Verstand bewerten und frei nach ihren eigenen Grundsätzen entscheiden können.  Um die Durchmischung noch zu erhöhen, wird nicht in allen Wahlkreisen im gleichen Jahr gewählt. Zeitlich versetzt kommen immer wieder neue Parlamentarier hinzu und alte gehen. Lobbyismus wird damit für die Unternehmen extrem schwierig bis unmöglich. Bis die Kontakte aufgebaut wären, sind die Abgeordneten meist bereits wieder in ihre Heimat entsandt. Es ist wie gesagt ein kommen und gehen in Berlin. Dennoch ist das Ansehen der Abgeordneten in der Gesellschaft sehr hoch. Sie dienen ihrem Land, sie versuchen in den fünf Jahren ihrer Amtszeit sinnvolle und unabhängige Entscheidungen zu treffen, sie strengen sich an und sind deshalb auch als Rückkehrer für Unternehmen interessant, denn sie haben Erfahrung in Teamarbeit erworben, sie haben Führungsqualitäten ausgebaut, sie verstehen die aktuellen Entwicklungen. Vielleicht wäre diese Form der Demokratie zeitgemäßer und fortschrittlicher, gesellschaftlich mehr anerkannt und weniger anfällig für Versprechen, die nicht gehalten werden und wenn dann nur durch Anhäufung von Schulden. Wir brauchen keine politische „Elite“, keine Politprofis oder Berufspolitiker.

 

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Demokratie kann jeder, sie ist für jeden da und sie verpflichtet uns auch an ihr teilzunehmen, wenn sie uns ruft! Gerade in unserer komplexen Welt, in der auch der Bundestag schwierige Sachverhalte zu entscheiden hat, ist es enorm wichtig, dass die Bevölkerung in allen Schichten gut im Bundestag repräsentiert wird. Da auch die derzeitigen Politprofis mit den Themen überfordert sind, spielt es keine Rolle, ob nicht auch fachfremde Gewählte diese Entscheidungen treffen. Möglicherweise wären sogar diese Gewählten, auch ein wenig aus Patriotismus, eher in der Lage eine freie und unabhängige Entscheidung für ihr Land zu treffen, da sie sich nicht auf parteipolitische Taktik und Machterhalt konzentrieren müssten. Sonstigen Nebeneinkünfte wären ihnen verboten und damit könnten sie sich viel intensiver wie ein heutiger Parlamentarier mit den wichtigen Themen auseinandersetzen. Wir brauchen dringend eine Demokratie 2.0 – dieses wäre eine erste grobe Idee dafür - was halten Sie davon?

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