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Wirtschaft, Philosophie, Leben

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Wir sind keine Menschen mehr, wir sind Kapital – human resources eben!

Es ist schon etwas erschreckend, wie sich Menschenmassen manipulieren lassen. Während man mit Antidiskriminierungsgesetzen das Individuum scheinbar aufwertet, indem man die Benachteiligung aufgrund von Geschlecht, Alter, Religion, sexueller Neigung und weiteren Punkten unter Strafe stellt, lässt die Mehrheit der Menschen ohne Aufschrei zu, dass sie aus Unternehmenssicht als Ressource und damit als schlichter Inputfaktor abgestempelt werden.

 

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"Human resources" heißt das Zauberwort, das sich zum Ziel gesetzt hat nur die systemtreuesten Nachwuchsarbeitskräfte aus der Masse herauszufiltern und in den wirtschaftlichen Wertschöpfungsprozess einzugliedern. Aber was meint man denn mit systemtreu? Nun dahinter steht eine These, die davon ausgeht,  dass diejenigen, die ihr gesamtes Leben ganz auf die Erfüllung von Erwartungen anderer Menschen ausrichten mehr Anerkennung von diesen erfahren und dieses sich unter anderem auch in besseren Schulnoten oder Abschlüssen äußert. Wer konform marschiert und mit seiner Persönlichkeit nirgendwo aneckt, wer sich ständig freiwillig unterordnet und die Position des Vorgesetzten nie in Frage stellt, der erfährt von diesen Vorgesetzen Anerkennung und Unterstützung. Schulnoten, wie Examensnoten sind weder unter Schulen noch unter Universitäten vergleichbar. Was sie aber für sich gesehen aussagen ist, dass der bessere Schüler oder Student sich in diesem einzeln betrachteten Subsystem Universität X allen Vorgaben ausnahmslos untergeordnet hat. Während Kommilitonen ins Schwimmbad gingen, hat der gute Student verzichtet und gelernt. Nicht, dass er auch gerne gelebt hätte, aber gute Abschlussnoten und die Aussicht auf hochdotierte Arbeitsstellen haben ihn vom Leben abgebracht. Investition in die Zukunft wird das auch oft genannt und bedeutet: Es muss gearbeitet werden. Rund um die Uhr. Ohne Pause! Systemkonform und ohne Aufkommen von Zweifeln.
Da mittlerweile jeder in Angst lebt, bei Nichtanpassung an dieses System von gerade diesem an den Rand der Gesellschaft gedrängt zu werden, verhalten sich mittlerweile alle jungen Menschen vollständig konform. Draus bildet sich die oft titulierte Generation Lebenslauf, die eigentlich nicht mehr lebt um zu sein, sondern die nur lebt um zu werden. Was hieraus resultiert, ist eine menschlich verarmte Gesellschaft. Niemand achtet mehr auf den anderen, jeder kämpft für sich. Alle wollen dem Idealbild entsprechen, um irgendwann Anerkennung zu erfahren. Viele Menschen unterdrücken ihre Persönlichkeit, fühlen nichts mehr, ja fühlen sich in diesem Leben sogar äußerst arm und leer. Depressionen, Burn-out, Sinnsuche, nötige Auszeiten, psychologische Betreuung, Medikamente, Betäubung, Konsumwahn und viele weitere Symptome treten mit der Zeit zum Vorschein. Wenn wir oft von dieser ausgebrannten, verrückten oder egoistischen Gesellschaft reden, dann beschreiben wir damit diese Symptome und fragen uns aber nicht, woher diese rühren. Dabei scheint die Erklärung doch ganz einfach. Wir unterdrücken unseren Geist, wir passen uns an ein System an, welches wir tief im Innern ablehnen. Wir verdrängen die Zweifel aber aus dem Grund, weil Zweifel in unserer derzeitigen Gesellschaft nicht anerkannt, ja sogar verachtet werden. Wir laufen alle im Gleichschritt und haben noch nie gefragt, wo wir überhaupt hinlaufen.

 

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Wenn wir erkennen wollen, wohin die Reise den geht, dann können wir uns ganz einfach einmal die Begriffe „human resources“ oder „Humankapital“ aus der Betriebswirtschaftslehre betrachten. Der Mensch soll nicht mehr Mensch sein. Der Mensch dient als Faktor. Wir alle dienen als Inputfaktoren in einer riesigen Produktionsmaschine. Die junge Generation wird verheizt, ihr wird Kreativität und Lebensfreunde entzogen noch bevor sie ins Arbeitsleben eintritt. Stattdessen herrschen Angst, Missgunst und Einzelkämpfertum und dabei sollen wir noch alle glücklich werden! Ich zweifle daran, und ich hoffe, dass wir bald alle wieder zur Vernunft kommen. Wir sollten uns wehren, wir sollten uns gegenseitig respektieren und anerkennen. Wir sollten unser Glück unabhängig vom wirtschaftlichen Erfolg machen! Man könnte auch einfach sagen. Wir sollten wieder zusammen leben! 

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