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Diese Woche war es wieder soweit. Apple hat nach viel Geheimniskrämerei wieder einmal eine Pressekonferenz anberaumt, um die Neuauflage des Tabletcomputers iPad zu feiern. Kuriositäten oder wirkliche Innovation blieben zumindest dieses Mal aus. Im Grunde handelte es sich lediglich um ein technisches Update des iPad 2, welches bspw. bei Prozessor- und Kameraleistung oder der Displayauflösung nicht mehr dem allerneuesten Stand der Technik entsprach. Einen wirklichen „Wow-Effekt“ gab es in San Francisco nicht und es bestätigte sich ein weiteres Mal, dass sich der Innovationsschub bei Apple sehr stark zu verlangsamen droht. Schon im letzten Jahr wurde von der Applegemeinde und allen Apple-Fans ein neues iPhone 5 erwartet. Auch damals lieferte der Konzern lediglich ein technisches Update seiner Produktreihe iPhone 4 auf den nun aktuellen Stand 4S.
Sicherlich lässt sich mit dieser Produktpflege auch in Zukunft noch sehr viel Geld verdienen aber erkennbar ist trotzdem, dass die revolutionären Neuerungen in Zukunft wohl ausbleiben werden. Damit begibt sich Apple zurück auf einen konventionell-unternehmerischen Pfad, der sich auch sehr schnell zu einem Problem für den Konzern entwickeln kann. Denn wenn sich das Unternehmen über die vergangenen Jahre eine Kundschaft herangezogen hat, die quasi süchtig nach neuen Produkten und Innovation ist, dann kann sich bei Nichteinhaltung dieses Versprechens sehr schnell Enttäuschung und Missmut bei den Fans breit machen. Hierbei spielt auch der enorme Preis der Produkte eine entscheidende Rolle. Jeder Apple-Konsument weiß, dass sich der Konzern beim Verkauf seiner Produkte eine goldene Nase verdient aber dieser Umstand wird anstandslos akzeptiert, solange die Innovation, die in den Produkten steckt so fortschrittlich ist, dass man sich als Apple-Produkt-Besitzer ein junges und dynamisches Image erkaufen kann. Geht es nicht ausschließlich darum bei dem ganzen Hype um Apple?
Welche Signale sendet ein Apple-Konsument der Gesellschaft, wenn er in der Straßenbahn mit dem iPad Nachrichten liest und im Ohr einen iPod zum Musikhören hat, während er mit seinem iPhone den telefonischen Kontakt in die Welt hält? Der Kern der Marke Apple konzentriert sich doch im Wesentlichen auf die Botschaft: „Ich bin jung, dynamisch, verspielt, innovativ, vernetzt, erkenne den Geist der Zeit, liebe die Einfachheit und kann es mir auch noch leisten.“
Kommt es jedoch soweit, dass die Apple-Gemeinde eines Tages belächelt wird, weil sie sich jedes Jahr ein technisch erneuertes Standardprodukt zu überhöhten Preisen leisten soll, dann wird sich dieser Trend möglicherweise wieder sehr schnell abflachen und Apple wird mit sinkenden Absatzzahlen und damit enttäuschten Erwartungen an den Börsen zu kämpfen haben. Eine Lösung könnte dann die Senkung der Preise sein, sodass sich Apple in den tatsächlichen Massenmarkt begibt. Damit wäre aber ein Alleinstellungsmerkmal, nämlich die bis dato zumindest vom Konsumenten noch geglaubte Exklusivität der Produkte aufgrund enormer Preise aufgehoben, was mit einer weiteren Erodierung der Marke Apple einhergehen könnte.
Auch der bald anstehende Termin eines neuen Apple Fernsehers wird an dieser Entwicklung wohl nichts verändern können. Dieses neue Produkt aus dem Hause Apple ist wahrscheinlich für längere Zeit die letzte Neuaufnahme eines Produktes in den Vertriebskatalog von Apple. Wahrscheinlich wird sich der Konzern in diesem Bereich sehr viel schwerer behaupten können als in den damals brachliegenden Märkten von mp3-Playern und Touchscreen-Mobiltelefonen. Im Fernsehmarkt gibt es bereits viele etablierte Hersteller, die selbst in den vergangen Jahren erkannt und von Apple gelernt haben, welche Anforderungen die Kundschaft an den modernen Fernseher der Zukunft stellt. Der Technologievorsprung, den Apple sich im Stillen erarbeiten wird, kann demzufolge nicht so groß ausfallen wie vielleicht nötig. Damit droht eine weitere Gefahr bei Einführung dieser Produktlinie. Sollte sich der Apple Fernseher als Flop erweisen, dann wäre das bisher unangreifbare Image des Konzerns erstmals unter Druck. Aber selbst, wenn sich die Fernseher den Erwartungen gemäß verkaufen, kann Apple in den folgenden Jahren dem ungezügelten und zum Teil unrealistischen Drang seiner Kundschaft nach revolutionärer Innovation auf Dauer nicht standhalten.
Und so wird es auch Apple wir vielen anderen Unternehmen ergehen, die nach einigen sehr guten Jahren wieder auf den konventionellen Pfad der Unternehmensentwicklung zurückfallen.