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Wirtschaft, Philosophie, Leben

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Das Wirtschaftssystem ist ein brodelnder Kochtopf!

Ja richtig! Jeder kennt den Kochtopf auf dem Herd, der mit Wasser gefüllt und mit Deckel verschlossen vor sich hin köchelt. Alles ganz normal mag man denken aber wenn man einmal zwei Minuten nicht aufpasst, dann hebt sich auf einmal der Deckel und die ganze Suppe quillt aus allen Öffnungen. Ja und? Stellen wir uns vor, der Kochtopf seien die Rahmenbedingungen unseres Wirtschaftens und das Wasser im Kochtopf sei unser Geld. Die Flamme unterm Topf ist unser Zinssystem und damit sind fast alle Zutaten für eine brodelnde Suppe beisammen!
Während zu Beginn des Kochvorgangs alles gemächlich vor sich hin blubbert befindet sich alles irgendwie im Gleichgewicht. Mit der Zeit jedoch werden die Blasen im Topf größer und größer. Was passiert da? Die Flamme erhitzt den Inhalt stetig. Die Moleküle im Wasser bewegen sich schneller und schneller. Sie prallen aufeinander, sie verdrängen sich, es bilden sich Leerräume mit Blasen, das gesamte Innere dehnt sich aus!

 

kochblume2.jpg

 

Und was ist das bezogen auf unsere Wirtschaft? Nun, wächst nicht auch unsere Geldmenge mit stetiger ja sogar exponentieller Rate? Erhöht sich in Boom-Phasen nicht auch die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes? Finden auf der Welt nicht immer mehr Finanztransaktionen in kürzer werdenden Zeitintervallen statt? Dehnt sich das System nicht schon Jahre lang immer weiter aus (zumindest nominal)? Irgendwie lief doch alles jahrelang wie in einem Kochtopf, der bald überzulaufen drohte. Dann aber passierte etwas Merkwürdiges! In Zeiten des größten Booms ging plötzlich eine große Bank in Amerika bankrott. Was hatte das zu bedeuten? Der Unterschied zum Kochtopf erklärt einiges. Während im Topf die Menge an Wassermolekülen über die Zeit sehr stabil bleibt, expandiert unsere Geldmenge im inneren des Systems aus sich selbst heraus. Wenn Zentralbanken Geld in den Kreislauf schütten, dann ist diese Geldmenge nicht auf alle Zeiten konstant. Vielmehr wird auch diese Menge durch das Zinssystem befeuert und wird sich so über die Zeit in ihrem Wachstum verselbständigen. Dieser Vorgang, der über das Kreditwesen induziert wird führt also dazu, dass sich innerhalb des Kochtopfes Positionen aufgebaut hatten, die irgendwann nicht mehr bedient werden konnten (Risiko und Ungleichverteilung spielen hierbei eine Rolle). Der Bankrott und die darauf folgende Kontraktion der Wirtschaft war Sinnbild dafür, dass das Kartenhaus aus Verbriefung und Kreditzusagen zusammenzustürzten drohte. Diese wäre im Wassertopf mit einem Abstellen der Flamme zu vergleichen, was einer Abkühlung oder gar dem Stillstand unseres wirtschaftlichen Miteinanders entsprochen hätte. Da wir das nicht in Kauf nehmen wollen, entschlossen sich Staaten, Regierungen und Notenbanken zu retten was noch zu retten scheint. Mit Subventionen, Bürgschaften und großzügiger Geldpolitik seitens der Notenbanken wird im Moment versucht den Topf am Kochen zu halten! Schuldner dürfen nicht ausfallen und wenn sie es tun, dann muss die Allgemeinheit dafür sorgen, dass den Gläubigern unter die Arme gegriffen wird, denn in unserer modernen Welt ist man, sofern man etwas von sich hält, immer Gläubiger und Schuldner in Personalunion! Wir werden also sehen, ob das Feuer, welches im Moment gelegt wird tatsächlich ausreicht um den Topf auch wieder richtig zum Kochen zu bringen. Ach ja und dann wäre da noch ein Problem! Passt meine zwei Minuten nicht auf, dann quillt es über und drückt aus allen Öffnungen! Die Inflation mit hohen Raten ruft! Ach so ja richtig, ich bin ein Schwarzmaler!  

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